Einen Fehler machen, alle Fehler machen, ordentlich Fehler machen

Ausstellung in den Münchner Kunstarkaden

  Die Kunstarkaden, gelegen im Zentrum des geschäftlichen Treibens der bayerischen Landeshauptstadt München, eignen sich besonders, um auf eine Schwachstelle zu verweisen, die in der Triade „Produktion, Werbung und Konsum“ gerne ausgeblendet wird:

Die Menschen, die diese drei Systeme mit ihrer Arbeits- und Kaufkraft am Laufen halten, übersehen sich leicht selbst als menschliche, also verletzliche. Sie helfen nach Kräften mit, immer neue Flussläufe für das Kapital zu ergründen. Selbst Konsumkritik lässt sich längst absatzkräftig als Ware verkaufen.

 

Die von Klaus Erich Dietl, Mari Ishikawa, Masayo Oda, Stephanie Müller, Mirei Takeuchi und Gülcan Turna  zusammengestellten Werke möchten diese Verläufe ironisch verkehren und den Blick nicht so sehr auf reibungslose Funktionalität werfen, sondern auf die Schwachstellen allgemeiner Betriebsamkeit.

Denn gerade jene Momente, in denen Produktions- oder Arbeitsprozesse zum Stillstand kommen oder außer Kontrolle geraten, werden in der Regel allzu schnell wieder fixiert. Wer mental nicht mehr funktioniert, wird therapiert, körperliche Sollbruchstellen werden bandagiert. In den Augen der Künstlerinnen und Künstler verbirgt sich jedoch gerade dort, wo scheinbar nichts mehr läuft, in maschinellen Störquellen sowie menschlichen Schwachstellen - im „Burn Out“ – die Schönheit des Scheiterns: Einen Fehler machen, Alle Fehler machen, Ordentlich Fehler machen!

Im Rahmen der Ausstellungen werden die Räumlichkeiten der Kunstarkaden zur Sollbruchstelle. Für die einzelnen Installationen sind dabei konzeptuell vor allem auch weitgehend ungenutzte, vergessene Nischen interessant, so auch Abflussrohre, Lüftungssysteme, Heizungen oder Kanalschächte. Die Werke und Performances möchten die Besucherinnen und Besucher auf humorvolle Weise zum Teilhaben einladen.

 

Die Ausstellung ist vom vom 22. Februar bis 24. März zu sehen.

http://www.mucbook.de/2012/02/09/fehler-machen-und-zugeben/

 

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