Beitrag vom 17.12.2011

Gegen Ackergift und Biopiraterie

 In aller Welt regt sich Widerstand gegen Gentechnik, Pflanzengifte und die Patentierung des Lebens. Die Studie »Glyphosat und Agrogentechnik«, im Frühjahr vergangenen Jahres herausgegeben vom Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) warnt vor den Gefahren des hochtoxischen Herbizidwirkstoffes auf Mensch, Pflanze, Tier und Boden. Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen fordert die Bundesregierung nun in einem aktuellen Antrag (17/7982) zur Neubewertung des Wirkstoffes Glyphosat auf, der etwa im Pflanzengift »Roundup« des Gen-Tech-Herstellers Monsanto enthalten ist. Während der Antrag die Instanzen durchläuft, geht der Indische Staat einen Schritt weiter: Als erster Staat weltweit will er Monsanto wegen »Biopiraterie«, dem Diebstahl, der genetischen Modifizierung und Kommerzialisierung einheimischer Pflanzen, verklagen. Die erfolgreiche Klage des kanadischen Rapsfarmers Percy Schmeiser zeigt: Es lohnt sich, gegen Monsanto und Co. aufzubegehren.
Dass die Produkte der Genindustrie nicht halten, was sie versprechen, sondern zu verstärktem Einsatz von Ackergiften führen, Bodendiversität und Artenvielfalt senken, sich unkontrolliert ausbreiten, ungeklärte Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen haben und keineswegs den Hunger in der Welt lindern, sondern neue Abhängigkeiten schaffen belegt eindrücklich die aktuelle Studie »The GMO emperor has no clothes« (etwa: »Die Blöße des Gen-Kaisers«) der indischen Aktivistin und Physikerin Vandana Shiva.
Mehr über konstruktiven Protest, Gegenbewegungen und Alternativen, um die Lebensgrundlage zu ehren und zu erhalten, die uns trägt und nährt – den Boden unter unseren Füßen –, gibt es in der neuen Oya im Januar 2012 zu lesen. Umfangreiche Informationen bietet auch das Blog der Bürgerinitiative Landwende:

www.landwende.de

geschrieben von Matthias Fersterer
am 17.12.2011

1 Kommentar

von Jan Moewes am 31.12.2011

«Lieber Matthias, hier auf der kleinen Insel, auf der ich lebe, dürfen noch keine GMO angepflanzt werden, wohl aber darf das Gift verkauft werden, hier in Spanien und einem Land der Eu mehr ist das nicht verboten. Ich habe jetzt gerade einen offenen Brief an die Landwirte, Gärtner, Bürgermweister etc geschrieben, um darauf hinzuweisen, dass sie damit den Boden letztendlich für Monsanto vorbereiten. Das Gift wird übrigens in Deutschland bei Bayer unter Lizenz hergestellt, obwohl es dort nicht verkauft werden darf. Und hier erfahre ich nun mehr und mehr Unglaubliches, dass nämlich überhaupt niemand ahnt, mit was er da hantiert. Bei Wiki steht, dass außer Make auch Schutzanzug nötig sei, und die Gewissheit dass sich in 500 m Umkreis keine menschliche Person befindet. Hier sprühen sie das Zeug mitten in Parks und Hotelanlagen, selbst ohne jeden Schutz, als ob es sowas wie Brennesseljauche wäre, die ja nun nicht mehr so ohne weiteres verkauft werden darf. Bin als Gärtner sehr gespannt auf das neue Heft und wünsche allen eine gutes neues Jahr! Gruß, Jan»


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