Beitrag vom 03.09.2011
Oya 10 ist erschienen
Unter dem Motto »Gut bürgerlich!« ist Anfang September die zehnte Ausgabe von Oya erschienen. Sie handelt von der schon heute lebendigen Praxis und zukünftigen Vision einer Bürgerinnen- und Bürgergesellschaft. Dabei werden keine Patentrezepte verkündet, sondern der Fokus richtet sich auf Menschen, die anhand ihrer Lebenspraxis in der Stadt oder auf dem Land neue Wege entwickeln, gemeinschaftlich Entscheidungen zu treffen, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und sich politisch Gehör zu verschaffen. Wenn sich diese Praxis mit mutigen konkreten Utopien einer weiterentwickelten Demokratie verbindet, kann schnell eine dynamische Bewegung entstehen, die weit über das, was mit dem Unwort "Wutbürger" abgetan wird, hinausgeht.
Wie politikverdrossen die Menschen heute sind, zeigt ein aktueller Artikel auf Spiegel online über gescheiterte Versuche von Bundesministerien, mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. Auf der Website »Bürgerdialog Nachhaltigkeit«, initiiert von Angela Merkel, sind demzufolge nach sieben Wochen Diskussion gerade mal 17 Stellungnahmen und 53 Kommentare eingetragen. Kein Wunder, Pseudo-Partizipation und Willensbildung nur innerhalb der Parteien hat als Modell ausgedient, auch wenn es noch lange unsere politische Praxis bestimmen wird. Aber die neuen Ideen zu einer auf Gemeinwohl, Gemeingüter und Selbstorganisation ausgerichteten Gesellschaft sind zu lebendig, als dass sie sich nicht über kurz oder lang in einer gemeinsam neu zu entwickelnden Praxis wiederfinden werden.
geschrieben von Lara Mallien
am 03.09.2011
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