Beitrag vom 24.07.2011

Oya gibt Anregung für bulgarisches Medienprojekt

Ende Mai schrieb Nikolay Georgiev an die Oya-Redaktion, er wolle mit seinen Netzwerk-Partnern die erste positive Zeitschrift Bulgariens aufbauen. »Sehr ähnlich wie Oya« solle sie werden.
Am Telefon erzählte Nikolay, Oya habe ihn erstmals auf die Idee gebracht, selbst Medienmacher zu werden: Statt sich zu beklagen, dass in den üblichen Zeitschriften kaum zukunftsweisende Projekte vorgestellt werden, selbst ein Forum dafür schaffen. Es wurde schnell klar, dass eine bulgarische Ausgabe von Oya, die auch etwa so aussieht wie das deutsche Heft, nicht Sinn der Sache sein konnte. Unter den gegebenen Umständen müsste der Anfang in Bulgarien ohne ein Finanzbudget mit freiwilligen Beiträgen gelingen. So würde es in der Anfangsphase vor allem darum gehen, bulgarische Autorinnen und Autoren, ProjektemacherInnen und GestalterInnen so zu vernetzen, dass gemeinfreier Inhalt entsteht, der zunächst im Netz zu lesen ist. Anders als bei Oya sollte auch die Gestaltung Copyleft sein, so dass sich z.B. Grafik-Studenten an offenen Layouts für die Web- und später eine Print-Version der Inhalte versuchen könnten.
In diesem Sinn ist Nikolay seitdem unterwegs. Auf Englisch ist das Konzept veröffentlicht unter www.openpositivemedia.org. Und die bulgarische Seite ist im Aufbau und schon mit ersten Inhalten gefüllt: www.openpositivemedia.org/bg/

Die Kooperation mit einem solchen Projekt erleichtert der Umstand, dass Oya-Artikel alle unter eine Copyleft-Lizenz erscheinen: Wer sie wiederum als freie Inhalte als copyleft kennzeichnet und Autor und Quelle angibt, kann Oya-Artikel auch an anderen Orten veröffentlichen und selbstverständlich gerne übersetzen. So ist schon der erste Oya-Artikel, nämlich der Text »Anders Lernen« von Anke Caspar-Jürgens aus der Rubrik »Bildung« in der Ausgabe 1 von Oya auf Bulgarisch erschienen. Die Quellenangabe sieht interessant aus. Auf Bulgarisch schreibt sich »Oya - anders denken, anders lernen“ nämlich folgendermaßen:

"Oya – мисли различно. действай различно"

Wer Kontakte nach Bulgarien hat und sich in das Projekt einbringen möchte, kann gerne über die Oya-Redaktion mit Nikolay Georgiev Kontakt aufnehmen.

Oya hat ihrerseits eine Reihe spannender internationaler Vorbilder oder inhaltliche »Verwandte« in aller Welt. Hier ein paar Beispiele aus dem angelsächsischen Raum:

Yes Magazine
(Graswurzelprojekte, Selbermachen, Freies Lernen, Bioregionalismus, Gemeinschaften etc.)

Ode Magazine
(Kulturkreative Szene in den USA, Untertitel: For Intelligent Optimists)

Resurgence
(Tiefenökologie, Kunst, Philsoophie, Öko-Aktivismus)

Mother Jones
(Soziale Gerechtigkeit, Gesellschaftskritik, Aktivismus)

Adbusters Magazine
(Konsumkritik, Kommunikationsguerilla)

Orion Magazine
(Natur-Mensch-Beziehung neu denken, Öko-Projekte)

Kosmos Journal
(Gesellschaftlicher Wandel, Gemeingüter, Politik und Bewusstseinswandel)

Wir könnten sehr gut Freiwillige mit guten Englischkenntnissen gebrauchen, die alle diese Zeitschriften regelmäßig für uns auswerten und gelegentlich Texte übersetzen. Kommen wir doch kaum dazu, die für uns wichtigen deutschsprachigen Zeitschriften zu lesen wie den Zeitpunkt, Info3, enorm, brandeins, Greenpeace-Magazine, Matriaval, Streifzüge, Tattva Viveka, Connection oder das vielversprechende neue Magazin „Wir - Menschen im Wandel“.
Die Vielfalt positiver Zeitschriften ist jedenfalls ermutigend. Mit Oya, enorm und "Wir – Menschen im Wandel" sind in den letzten eineinhalb Jahren schon drei wesentliche neue Publikationen hinzugekommen, die alle auf ihre Art die Diskussion über die Frage, wie wir heute und morgen leben wollen, engagiert voranbringen. Dass in diesem Feld Konkurrenz kein Thema ist, sondern Vielfalt Trumpf, versteht sich von selbst.

 

Lara Mallien

geschrieben von Lara Mallien
am 24.07.2011


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