Beitrag vom 18.05.2011

Oya-Themen in anderen Medien

Petra Steinberger, Redakteurin bei der Wochenend-Beilage der Süddeutschen Zeitung und Oya-Autorin in der Wildnis-Ausgabe (Nr. 5), hat nun scheinbar das Thema unseres Selbermachen-Heftes (Nr. 6) aufgegriffen und für ihre Stammzeitung einen schönen Artikel über die neuste Do-it-yourself-Welle geschrieben: »Wir basteln uns ein Leben«.

Seit Fukushima und dem Wahlsieg der Grünen in Baden-Württemberg versucht die Süddeutsche Zeitung übrigens in einer wöchentlichen Artikelserie die Möglichkeiten einer echten gesellschaftlichen Ökowende auszuloten. Dabei entstanden einige lobenswerte Artikel, andere Serienbeiträge fallen dagegen eher enttäuschend aus. Zur letzten Kategorie gehört leider auch der jüngste Beitrag, eine Zusammenfassung eines Buchs, für das der FAZ-Journalist Jan Grossart sich drei Monate lang bei radikalen Ökopraktikern und auch in Ökodörfern umgesehen hat. Ob das Buch tatsächlich lesenwert ist, lässt sich aus dem SZ-Artikel kaum herauslesen, da dieser sich im Großen und Ganzen damit begnügt, Klischees über vermeintliche Öko-Käuze bzw. -Spinner zu reproduzieren, statt wirklich einmal zu untersuchen, zu welchen Ergebnissen die Öko-Szene in jahrzentelanger Praxis gekommen ist. Die Buchbesprechung hinterlässt beim bürgerlichen Publikum den furchterregenden Eindruck, dass ein ökologischer Lebensstil darin besteht, seine Socken nicht zu waschen, den Inhalt des eigenen Plumpsklos an die Hühner zu verfüttern und das ganze dann in spinnerten, überteuerten Öko-Seminaren weiterzugeben.
Es gibt aber einen Anlass zu hoffen, dass Jan Grossarths Buch »Vom Aussteigen und Ankommen – Besuche bei Menschen, die ein einfaches Leben wagen« doch gar nicht so einseitig ist, wie die Zusammenfassung vermuten lässt. Denn der barfuß tangotanzende Radikal-Ökobauer, der im letzten Absatz des SZ-Artikels quasi als wahnsinniger Spinner dargestellt wird – obwohl der Autor sich das so nicht recht sagen traut –, wurde vom Buchautor vor zwei Jahren schon einmal in einem sehr lesenswerten und durchaus wohlwollenden FAZ-Artikel portraitiert: »Gottfried der Habenichts«. (Hier unbedingt auch die Slideshow ansehen!)

geschrieben von Jochen Schilk
am 18.05.2011

1 Kommentar

von Krogmann-Dauschek, Elisabeth am 29.07.2011

«Ich habe vor zwei Tagen mit dem Lesen des Buches von Herrn Grossarth angefangen und seitdem, fast, nichts anderes mehr gemacht. Ich hatte eine wundervolle Zeit mit dieser Lektüre, mit diesem äußerst charmanten Autor und seiner Geschichte. Danke dafür, lieber Jan (falls ich Dich noch duzen darf). Dein inhalltlich höchst interessantes und in bestechendem Stil geschriebenes Buch hat mich auf's Beste unterhalten. Schade nur, dass es jetzt vorbei ist. Clemens Krogmann hat es mir vor einigen Tagen geschenkt. Kaum zu fassen, aber manchmal hat er, in der Tat, brillante Ideen :-). Ich bin heute das ca. achte, neunte Mal im Internet und gehe davon aus, dass Dich diese Zeilen wahrscheinlich nicht erreichen. Ich versuch's halt einfach. Von Herzen Dir und Deiner Familie alles Liebe LILA Krogmann»


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