Beitrag vom 17.05.2011

Evolutionsmedizin und das »Steinzeit-Rezept«

In der Wildnis-Ausgabe vom letzten Herbst (Oya 5, »Ungezähmt«) untersuchten wir, was es für heutige Individuen und Gesellschaften bedeutet, dass der moderne Mensch über den gleichen Körperbau und die gleichen Sinne verfügt wie unsere Jäger-und-Sammlerinnen-Vorfahren vor 150 000 Jahren.
Diese Ausgangslage nahm nun auch eine sehenswerte ARD-Sendung zum Anlass, zu fragen, ob nicht zahlreiche Zivilisationskrankheiten wie Zahn-, Rücken-, Stoffwechsel- oder Gewichtsprobleme sowie Allergien und Bluthochdruck zu überwinden wären, wenn wir uns auf jene Art und Weise besännen, wie sich schon unsere Steinzeit-Urahnen bewegten und ernährten. In der Doku kommen vor allem eine Reihe von Ärzten und Steinzeit-Praktiker zu Wort, die schon gute Erfahrungen mit Aspekten der Alten Lebensweise gemacht haben. So lautet der ultimative Gesundheitstip des Ethnomediziners Prof. Dr. Wulf Schiefenhövel: »Die geheime Formel ist, so zu leben wie unsere Vorfahren!«. 
Wer die Sendung »Das Steinzeit-Rezept – Wie wir unsere Zivilisationskrankheiten besiegen« vom 11. Mai verpasst hat, kann sie sich hier als Stream ansehen.

Mein einziger Kritikpunkt an der Sendung: Einige Aussagen zur quantitativen Nahrungssituation in Jäger-Sammlerinnen-Gesellschaften decken sich nicht mit der bekannten Untersuchung des Ethnologen Marshall Sahlins über »Die ursprüngliche Wohlstandsgesellschaft«.

geschrieben von Jochen Schilk
am 17.05.2011


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