Beitrag vom 16.05.2011

Oya-Geld selber ausdrucken

Während des Entstehungsprozesses der aktuellen Geld(beben)-Oya hatten wir in der Redaktion den spontanen Einfall, den wild wuchernden Reigen der im Heft ausführlich besprochenen Komplementärwährungen noch ein kleines Geldexperiment hinzuzufügen. Das Spiel mit unserer Wertschätzungs-Währung soll bewusst machen, dass der wahre Wert eines Kauf- oder Tauschhandels sich letztlich niemals in Zahlen ausdrücken lässt – Die Welt und jede menschliche Ökonomie besteht zu großen Teilen aus prinzipiell unbezahlbaren Geschenken.
Unsere Grafikerin Marlena gestaltete innerhalb weniger Stunden eine hübsche »Bank«-Note dieser ungewöhnlichen Währung, die wir als Synthese der Begriffe »Euro« und »Oya« spontan auf den Namen »Oyra« bzw. »Oyra unendlich« tauften. Hochoffizielles Symbol der Oyra-Währung ist das in der Mathematik gebräuchliche »Unendlichkeits«-Zeichen: die liegende Acht. Auf der Rückseite des Scheins kann man vermerken, für welche Taten und/oder Gaben man unendliche Dankbarkeit empfindet; auf diese Weise wird die Note mit anhaltendem Umlauf zu einem Dokument des gemeinsamen, unbezahlbaren Reichtums. Die Spielregeln sind dort auch noch einmal in knapper Form aufgedruckt: 
»Alles, was wir füreinander tun, ist prinzipiell unbezahlbar – ganz egal, ob es im Rahmen eines Handels oder Geschenks geschieht. Mit der unendlichen Oyra können Sie nun Ihre nicht in Zahlen ausdrückbare Freude über Unbezahlbares dokumentieren. Und unser Reichtum wird immer »unendlicher«, je länger dieser Schein in Umlauf bleibt …«

Ein Oyra-Schein befindet sich zum Ausschneiden auf der vorletzten Seite im Heft. Da wir uns jedoch über »Fälschungen« freuen, kann jede und jeder beliebig viele Oyra-Noten selber drucken.

Pointe zum Schluss: Nachdem die »Geldbeben«-Ausgabe bereits aus der Druckerei gekommen war, hat Redakteur Matthias spasseshalber »Oyra« gegoogelt. Und siehe da, man glaubt es kaum: Oyra bezeichnet die Untereinheit der offiziellen Währung (!) auf den zum Dänischen Königreich gehörigen Faröer Inseln im Nordatlantik. Analog zu dem, was im Dänischen und Norwegischen Øre und im Schwedischen Öre heißt, ergeben 100 Oyrur (Plural von Oyra) eine Faröische Króna. – Mein erster Gedanke nach dieser Offenbarung: Die wichtigsten Entdeckungen und Erfindungen (wie etwa die Glühbirne und die Dampfmaschine) werden immer zweimal gemacht …

geschrieben von Jochen Schilk
am 16.05.2011

1 Kommentar

von Marko Wiese am 26.05.2011

«Das ist ja supppperrr! 1000000000000 Dank»


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