Beitrag vom 30.03.2017

Die Schwestern TAU und Oya

Liebes Oya-Team,

heute schreibe ich euch, um euch mittzuteilen, dass mich eure letzten Ausgaben sehr berührt und bewegt haben - viel mehr als all die vielen schönen Ausgaben davor. Ich konnte mich mit euren Wandlungsprozessen und Bewegungen in einer Weise verbinden, die mir vorher nicht möglich war - obwohl ich unsere Zeitschrift für Barfußpolitik TAU und OYA auch zuvor als verwandt empfunden habe. Auch wenn die Unterschiede bestehen bleiben, fühle ich mich und fühlen wir uns euch jetzt näher. Es wäre interessant, auf die Unterschiede zu schauen: OYA hat eine längere Geschichte, ist auf vielen Ebenen größer konzipiert, auf manchen Ebenen radikaler als TAU, bei anderen Ebenen vielleicht weniger - spannende Frage, welche Strategie zu welchen Erfahrungen auf dem Weg aus der Megamaschine führt - und ob es diesen Weg gibt?

Bei TAU kommt das Spielerische vielleicht stärker heraus, OYA reflektiert mehr...

Ich schreibe euch auch, um auf eine Parallelität hinzuweisen; wesensverwandte Projekte scheinen mit den großen kollektiven hintergründigen (?) Prozessen in ähnlicher Weise mitzugehen. Als ihr euch zu Verpuppen begonnen habt, sind wir in eine Pause gegangen. Es war klar, es will jetzt einmal nicht produziert werden; es war nicht klar, ob wir nach der Pause weitermachen.

Ihr ertastet eure Schritte auf eurem Weg, wir tasten auf unserem - und lassen im Moment die Sau raus - genauer gesagt, die TAU-Flug-Sau, das ist nämlich das Maskottchen unserer Kampagne.

Und deswegen schreibe ich euch auch: Weil wir eine Crowdfunding-Kampagne gestartet haben, um zu sehen, ob TAU auf ausreichend Resonanz stösst für einen nächsten Zyklus.
Über das Zwischenergebnis sind wir ebenso beglückt wie ernüchtert: Es sind noch 8 Tage und die Fundingschwelle ist noch knapp 2000 Euro entfernt.
Wir wagen also die Frage: Würdet ihr in euren Netzwerken von unserem Crowdfunding erzählen und damit eine der Begleiterinnen über die Schwelle sein?

Es grüßt von Herzen und vom Wiener Stadtrand,

Michael Nußbaumer

geschrieben von Michael Nußbaumer
am 30.03.2017

4 Kommentare

von Lara Mallien am 30.03.2017

«Lieber Michael,

schön, dass du uns schreibst! Als wir vor einigen Monaten mitbekommen haben, wie es euch geht, hat es uns sehr bewegt, dass ihr euch als eine Art Schwestern-Zeitschrift von Oya ganz ähnliche Fragen stellt, und wir haben immer wieder an euch gedacht. Wie ihr haben wir uns ja auch eine Pause gegönnt, haben das Januar-Heft ausfallen lassen, um herauszufinden, wie es mit Oya auf eine gute Weise weitergehen kann. Euer paralleler Prozess hat uns ermutigt, daran zu glauben, dass vielleicht nicht nur wir verrückt sind, sondern Teil von einem größeren Impuls im Zeitgeist.

Wir haben überlegt, wie wir euch untestützen können, weil wir nämlich einen hinderlichen Grundsatz haben: Wir weisen nie auf andere Crowdfunding-Kampagnen hin, weil wir fast täglich angesprochen werden, solche zu veröffentlichen. Aber lass uns unsere Briefe auf der Oya-Website veröffentlichen, dann können unsere Leserinnen und Leser nachvollziehen, dass wir im Austausch sind, und vielleicht mag auch jemand TAU unterstützen oder Menschen darauf hinweisen.

Ganz herzliche Grüße,
Lara»

von Michael Nußbaumer am 30.03.2017

«das berührt uns sehr, wow! Danke für euer "uns - sehen" und für eure Großherzigkeit! Ist für mich auch ein Vorbote eines anderen Paradigmas - Kooperation und Voneinanderlernen - es wäre ja auch möglich, uns als vor allem als Konkurrenz zu sehen. Wir freuen uns sehr auf eure nächste Ausgabe und die Inspirationen, die wir dadurch erfahren - und werden sicher davon erzählen - Oya! Und wir sind sehr gespannt, wie sich unsere jeweiligen Prozesse weiterentwickeln und was wir von den großen Bewegungen erfassen und ausdrücken können! Verneigung und herzlichen Gruß, Michael»

von Katharina Wyss am 08.04.2017

«Liebe Tau-Redaktion, wir schön durch die OYA von Euch zu erfahren! Es wäre mir sonst verborgen geblieben. Da es nur einen Weg gibt, den des gemeinsamen, ist es so wichtig, uns Mut zu machen mit Geschichten, wie wir das Leben meistern & sehen.»

von hmk am 22.04.2017

«"wir nämlich einen hinderlichen Grundsatz haben: Wir weisen nie auf andere Crowdfunding-Kampagnen hin" Wäre es nicht an der Zeit diesen Grundsatz zu überdenken? (Klar, Grundsätze sollte man nicht so ohne weiteres über Bord werfen, aber die immer mal wieder ernsthaft zu Hinterfragen ist schon angebracht.) Ich persönlich kann keinen großen Unterschied zwischen einer Buchbesprechung und einer Crowdfundingbesprechung erkennen. Ich muss mir bei beiden eine eigene Meinung bilden und selber dann eine (Kauf-)Entscheidung treffen...»


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