Beitrag vom 08.09.2015

Willkommen, zur »Urinale 2015«!

Die Kampagne »Ackergifte? Nein danke!« geht mit ihrer ersten Aktion an den Start: eine bundesweite Urinprobenuntersuchung auf den Wirkstoff Glyphosat.

Anlass ist die aktuelle Debatte und anstehende Entscheidung in der EU über die Verlängerung der Zulassung des Wirkstoffs Glyphosat, einem Breitbandherbizid gegen ein- und zweikeimblättrige Pflanzen – ein Gift, das prinzipiell zum Tod aller Pflanzen führt, die mit ihm in Kontakt kommen.

Hintergrund

Die Krebsforschungseinrichtung der Weltgesundheitsorganisation WHO hat kürzlich Glyphosat als »wahrscheinlich krebserzeugend für den Menschen« eingestuft. Studien aus Schweden, den USA und Kanada an kranken Landwirten, die mit Glyphosat gearbeitet hatten, stärken demnach den Verdacht, dass Glyphosat für Krebserkrankungen des Lymphsystems verantwortlich sein könnte. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zweifelt diese Bewertung an und stützt sich dabei zu großen Teilen auf Studien der Industrie. Das BfR arbeitet dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zu, das beim europäischen Zulassungsverfahren für Glyphosat federführend ist.

Glyphosat hat in unserem Essen nichts zu suchen!

Erste Untersuchungen von Urinproben deuten darauf hin, dass Rückstände von Glyphosat und seinen Nebenprodukten durch die Nahrungsaufnahme bereits im menschlichen Organismus Eingang gefunden haben. Das BfR und der zuständige Bundesminister sehen aufgrund der bisherigen Datenlage keinen Anlass zu einem Verbot von Glyphosat. Um das Gesundheitsrisiko erstmals sicher beziffern und die Forderung nach einem Verbot von Glyphosat wissenschaftlich einwandfrei begründen zu können, brauchen wir Ihre Hilfe: Lassen Sie Ihren Urin auf Glyphosat-Rückstände untersuchen!

Die »Urinale 2015«

Ab Mitte September lädt die Kampagne »Ackergifte? Nein danke!« mit Hilfe einer Vielzahl einzelner lokaler Partner ein zu Deutschlands erstem großen »Piss-in«! Bundesweit gibt es kleinere und größere Veranstaltungen, wo sich Menschen zum Thema Glyphosat und Ackergifte informieren und austauschen können. Dabei werden Urinprobensets ausgeteilt, die einfach zu Hause befüllt und anschließend an das mit uns kooperierende Labor eingeschickt werden können. Wahlweise können Sie die Glyphosatwerte aus Ihrem eigenen Urin vom Labor erhalten und damit aktiv zur Datenerhebung beitragen (auf Rechnung zum Selbstkostenpreis von 45€). Oder sich auf andere Weise pinkelnd am Protest beteiligen!

Ende des Jahres steht die Entscheidung beim europäischen Zulassungsverfahren für Glyphosat an. Lassen Sie uns gemeinsam die Datenerhebung auf den Weg bringen, um die Debatte mit einer wichtige Studie zu ergänzen!

Mehr Infos zur Aktion, den Veranstaltungsorten und im Blog unter www.urinale.org

geschrieben von Silke Hoffmann
am 08.09.2015

1 Kommentar

von Lis Schwarzenbach am 29.10.2015

«Danke für den Aufruf, welche Institute könnte man in der Schweiz beauftragen? Ich könnte mir vorstellen meine Familie testen zu lassen und an der Studie beizutragen.»


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