Beitrag vom 15.11.2010

Träumen im LA VITA

Vor ein paar Tagen saß ich mit einer Freundin im "La Vita" in Überlingen am Bodensee, um die letzten Strahlen der warmen Herbstsonne bei einem Cappuccino zu genießen. Kurz bevor wir zahlen wollten, zeigte ich ihr die neuen Oya-Postkarten. Sie betrachtete sie aufmerksam, runzelte ein wenig die Stirn und sagte dann: "Es fehlen die Bilder. Die Texte sind nicht schlecht. So wirkt es aber zu bieder." Ich war neugierig, was der Kellner dazu sagen würde. Beim Zahlen zeigte ich ihm die Karte mit dem Text: "Wie kann man von etwas träumen, das man nicht kennt?" Er schaute kurz auf die Karte, dann wurde er richtig laut: "Was soll das - Träumen? Auf dem Boden muss man bleiben. Arbeiten, Geld verdienen! Wo kommen wir denn dahin, wenn jeder seinen Träumen nachginge?" Weiter schimpfend, räumte er das Geschirr weg und konnte sich gar nicht beruhigen. Wir schauten uns erstaunt an und als wir aufstanden, um zu gehen, kam er uns nach und fragte, immer noch ganz aufgeregt: "Haben Sie so eine Karte für mich übrig?"

geschrieben von Wolfram Nolte
am 15.11.2010

2 Kommentare

von Mona am 18.11.2010

«DANKE für diese Geschichte! sie berührt und zeigt mir wieder, dass Menschen, die sich aufregen, sich oft nach dem sehnen, worüber sie sich aufgeren. Schön, dass dieser Mensch das so schnell loslassen konnte!»

von Mona am 18.11.2010

«übrigens, ich finde auch, ein paar poetische Bilder würden die Worte unterstreichen :)»


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