Beitrag vom 24.01.2014

Ein kleiner Lebensabschnitt geht zu Ende.

Heute endet mein Praktikum bei der Oya, im Rahmen dessen ich hier auf der Seite Blogartikel schrieb oder die Nachrichten aktualisierte - aber vor allem die Oya-typische Motivation erfuhr.

Nicht wenig Zeit ist vergangen zwischen dem 11. November des letzten Jahres, an dem mich Lara mit dem Auto vom Bahnhof in Hohendorf abholte und heute, wo der letzte Tag meines Aufenthaltes in Klein Jasedow gekommen ist.
Ich hatte mir diesen Ort als Lernort im Rahmen eines Praktikums für mein Studium in Landschaftsnutzung und Naturschutz in Eberswalde ausgesucht. Nicht gerade ein typischer Praktikumsbetrieb  in diesem Milieu, aber doch war ich überzeugt hier genauso lernen zu können. Über eine Freundin hatte ich erst letztes Jahr von der Oya erfahren und ein paar Artikel gelesen. Die Gedanken, die ich in den Artikeln aufsog waren gut und es reizte mich, selbst an diesem Projekt mitzuwirken. Als dann mein praktisches Studiensemester anstand, rief ich mal in der Redaktion an und erfuhr zu meiner Freude, dass neben der Oya noch viele andere kreative Prozesse in diesem abgelegenen Klein Jasdow vor sich gehen. Später stellte sich heraus, dass in meinem Wunschzeitraum ein Bauwagen frei wäre und ich nach einem Beschnuppern in einer Großfamilie mitleben könnte.

Nun liegen über 2 Monate Leben, Lernen und Schreiben hinter mir. Oder anderthalb Oya-Produktionen zwischen Apfelpressaktion und Schlittschuhlaufen auf dem See.
Es machte mir Spaß, mich in das geschäftige Treiben zwischen Büro, Familienhaus und Wagenwiese einzugliedern und den Tag nach eigenem Ermessen zu nutzen. Ich übernahm Aufgaben von Beate in der Online-Redaktion, erledigte kleine Arbeiten, die lange vernachlässigt worden waren oder schrieb an eigenen Artikeln für das Heft, die mich gedanklich herausforderten. Zwischendurch klinkte ich mich in Acker- und Haushaltsarbeiten ein und freute mich daran, hilfreich sein zu dürfen.
In dieser Abwechslung entdeckte ich eine gesunde Balance zwischen Geben und Nehmen, die das eigene Tun irgendwie direkt an gemeinnütziger Tätigkeit zu orientieren sucht. Ich denke, das ist, neben den Bekanntschaften mit vielen netten Menschen, die beste Erfahrung, die ich für mich aus dieser Zeit ziehen kann.
Immer wieder in diesen Monaten ergaben sich Gespräche, in denen ich gemeinschaftlich mit anderen nach Lösungen für Fragen und Probleme suchte oder Situationen, die mir die Begegnung mit dem einen oder anderen Menschen quer durch die Generationen ermöglichten. Dabei wurde mir deutlich, dass das Leben an diesem Ort sich dadurch auszeichnet, dass Wandel und die Bereitschaft zu neuen Projekten ganz natürlich zur Lebensrealität gehören.

Persönliche Fragen zu Dingen aus meinem vorigen Alltag begleiteten mich nach Klein Jasedow und auch für sie blieb Platz in diesen Tagen, da das Landleben gleichzeitig eine gewisse Ruhe und das Leben im Wagen eine Erdung über mich legten. Ich wanderte ab und zu durch die von Söllen und Hügeln geprägt Landschaft, spaltete Holz für mein Öfchen oder kletterte in alten Eichen.
Nichtsdestotrotz war ich auch froh, dass ich zwischendurch mal raus kam um mich übers Wochenende ins Stadtleben woanders  zu schmeißen.

Nun kehre ich zurück in mein Naturschutzstudium und blicke zurück auf eine wunderbare Zeit. Wie als Leser, hat mich die Oya auch in der Mitarbeit motiviert alles zu geben für das gute Leben und hat mir dafür ganz viele neue Anregungen gegeben. Damit verabschiede ich mich (zumindest erstmal) aus der Redaktion zu Jasedow.

geschrieben von Malte Cegiolka
am 24.01.2014

2 Kommentare

von LaLibertad am 02.02.2014

«Das klingt nach "angekommen" und " das Leben wieder so kennengelernt zu haben, wie es sein kann" jenseits von Restriktionen und Vorstellungen unserer Gesellschaft. Schön.»

von Katharina Wyss am 04.02.2014

«Gratulation zu so einer reichhaltigen und wahrhaftigen Praktikums(Lebens)zeit.»


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