Beitrag vom 01.11.2010
Segeln unter Protestflagge
Alle Jahre wieder: Bald schon sollen sie sie wieder rollen, die Castoren. Beladen mit radioaktivem Müll, angefallen bei der teuersten und verheerendste Art der Energieerzeugung, soll sich schon bald wieder ein Konvoi aus Castor-Behältern wie ein unheilbringender Lindwurm durch die Lande wälzen. Während sich im Wendland seit Jahrzehnten lautstarker Protest breitmacht, entstand in Lubmin an der Ostsee, vergleichsweise still und leise, ein weiteres atomares Zwischenlager. Was als Rückbau des 1990 stillgelegten Kernkraftwerks Greifswald begann, wurde im Frühjahr dieses Jahres als Lager für radioaktiven Müll aus ganz Deutschland und Europa genehmigt, der dort bis zu vierzig Jahre zwischengelagert werden soll. In den Medien war bisher nur wenig übers »Zwischenlager Nord« zu hören. Doch der Widerstand wächst:
Organisiert vom Greifswalder Netzwerk der Anti-Atom-Initiativen, nahm gestern mit sprichwörtlichen Pauken und Trompeten eine Flotte von Traditionsseglern Kurs auf Lubmin. Ausgestattet mit Transparenten, die zusammen den Satz »Seebad Lubmin statt Atomklo Nordost!« ergaben, fuhren die Schiffe drei Mal an der Lubminer Seebrücke und an den Demonstrantinnen und Demonstranten an Land vorbei. Auf dem Traditionssegler Ernestine entstand unter Führung der Skipper Nele Hybsier und Tilmann Holsten eine Protestimprovisation für Gongtrommel, Djembe, Kochtopf, Saxophon, Schellenring, Tamburin und Tröte. An Bord befanden sich unter anderem Oya-Redakteur Jochen Schilk und ich. Als Besatzung des »Atomklos« haben wir bei der Abschlussrunde noch einmal alles gegeben ...
geschrieben von Matthias Fersterer
am 01.11.2010
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von mira kretschmer am 26.01.2011
«am 16./17. Februar 2011 sind neue Castortransporte nach Lubmin geplant, mehr Infos gibt es unter http://lubmin-nixda.de»