Beitrag vom 27.06.2012

Mit Essen spielt man nicht

Gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln haben im April 2012 Oxfam, Attac, Campact, Misereor, Südwind, Weed und die Welthungerhilfe eine Kampagne gestartet: „Mit Essen spielt man nicht“.

Das Thema ist zweifellos wichtig, denn jeden Tag verhungern etwa 25.000 Menschen. Allerdings bleibt die alleinige Kritik der Spekulation an der Oberfläche. Denn unabhängig davon ist ja bereits die großindustrielle Herstellung und globale Vermarktung von Lebensmitteln zwecks Gewinnerzielung hochproblematisch: Fortschreitendes Landgrabbing und Vertreibung von KleinbäuerInnen, gentechnische Manipulation und „Bio-“Energiepflanzen, Futtermittel für Massentierhaltung usw.
Es geht um das Menschenrecht auf Nahrung, und um das Recht, die eigenen Lebensmittel selbst herzustellen, wie es 2008 im Weltagrarbericht als Leitbild der Ernährungssouveränität festgeschrieben wurde. Lebensmittel dürfen keine Ware sein. Herstellung und Vertrieb sollen sich an den Bedürfnissen sowohl der Essenden und als auch der Arbeitenden orientieren, und nicht der Profiterzielung dienen.

Die Spekulation ist eine logische Fortführung der Verwertungsökonomie, und angesichts der massenhaft tödlichen Folgen dieser Wirtschaftsweise klingt die Suggestion, hier würde mit Essen gespielt, wie eine Verharmlosung. Die Nahrungsmittelspekulation ist kein unschuldiges Spiel und ihr ist mit erzieherischen Appellen nicht beizukommen.
Diese Kritik versteht sich solidarisch, und selbstverständlich sei den Oya-LeserInnen eine Beteiligung an der Kampagne ans Herz gelegt, deren Forderung an den Bundesfinanzminister, die Spekulation mit Nahrungsmitteln zu stoppen, unbedingt zu unterstützen ist.

Hier unterschreiben: www.oxfam.de/gegenspekulation

Weltagrarbericht 2008: www.weltagrarbericht.de

Elisabeth Voß, Berlin, voss.solioeko.de

Elisabeth Voss

geschrieben von Elisabeth Voss
am 27.06.2012


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