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Permakultur (Buchbesprechung)

von Ulrike Meißner , erschienen in 43/2017


Permakultur ist ein ganzheitlicher Gestaltungsansatz, der auf unterschiedlichste Situationen angewendet werden kann. Dass es möglich ist, das ganze Potenzial für das Gärtnern in einem Buch darzustellen, zeigt das kürzlich erschienene »Permakultur – Grundlagen und Praxisbeispiele für nachhaltiges Gärtnern«. Darin stellen Christoph Bachmann, Eva Bührer und Kurt Forster das Konzept Permakultur vor und zeigen konkrete Möglichkeiten für die Gestaltung gärtnerische Permakultursysteme.
Zunächst fassen sie essenzielle Ideen zu zehn ­Grundsätzen zusammen. Als Basis dient dabei die Drei-Punkte-Ethik der Permakultur: »Trage Sorge für die Erde«, »Trage Sorge für die Menschen«, »Teile fair und setze Grenzen für Konsum«. Jeder der zehn Grundsätze – beispielsweise »Von der Natur lernen« – erhält eine ausführliche, illustrierte Beschreibung. Dabei erläutern die Autoren Grundbegriffe wie »Sukzession« und geben Anwendungsbeispiele, z.B. für den Aufbau eines »Schichtmulchbeets«.
Ein wichtiges Ziel der Permakultur-Bildungsarbeit ist, ein Verständnis für Gestaltungsprozesse zu entwickeln. Hierbei dienen Prozessmodelle als Hilfsmittel. Das Autorenteam erläutert den Ablauf eines Gestaltungsprozesses anhand von Merkwörtern. Beim »Träumen« werden Bedürfnisse und Wünsche erfasst. Unter »Entdecken« ist beispielsweise das Erforschen von Besitz- und Nutzverhältnissen, von Boden- und Geländestruktur sowie von Einflüssen auf den Ort zu verstehen. Das Stichwort »Entwickeln« umschreibt das Beurteilen und Bewerten der Beobachtungsergebnisse und das Finden von Ideen. Beim »Planen/Designen« werden Elemente angeordnet und verbunden; es gilt, Ressourcen, Budget und den Ablauf der Umsetzung zu planen. Schließlich kommt das »Umsetzen«, gefolgt vom »Reflektieren« (wobei zu letzterem auch das Feiern, das Beobachten, das Pflegen und das Neubewerten gehören).
Konkret und nachvollziehbar werden dieses Prozessverständnis und auch die lebendige Umsetzung der Permakulturgrundsätze spätestens in der zweiten Buchhälfte. Hier finden sich Praxisbeispiele samt ihrem jeweiligen Entstehungsprozess sowie dem nötigen Fachwissen.
Dass die Autoren jeweils eigene Projekte anführen, macht das Buch sympathisch. Da lesen wir vom Prozess der Gründung bis zum ersten Gärtnern in einem von Eva Bührer mitgestalteten Gemeinschaftsgarten am Stadtrand. Kurt Forster beschreibt die Entwicklung seines Selbstversorgergartens am Einfamilienhaus, den dazugehörigen Waldrandgarten und die Wasserplanung im Hausgarten. Schließlich stellt Christoph Bachmann den Entstehungsweg zum Bau seines Anlehngewächshauses sowie die Ziegenhaltung in seiner Wohnsiedlung dar.

Permakultur

Grundlagen und Praxisbeispiele für nachhaltiges Gärtnern.
C. Bachmann, E. Bührer, K. Forster
Haupt Verlag, 2017
286 Seiten
34,00 Euro

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