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Schloss für die Welt

Die Gemeinschaft auf Schloss Tonndorf lebt ihre Vielfalt.

von Maria König , erschienen in 25/2014

Bild

Es ist Winter, als die Fotografin Samantha und ich im Dorf Tonndorf am Thüringer Wald zwischen Weimar und Erfurt aus dem kleinen Bus steigen und uns zu Fuß auf den Weg zum Schloss hinauf machen. –
Auf dem Innenhof herrscht reges ­Treiben. Seit den frühen Morgenstunden ist die Schlossgemeinschaft mit Festvorbereitungen beschäftigt. Erwartungsvolle Blicke gehen hinunter zum Dorf und dem Wald dahinter. Eine Frau steht ganz oben auf dem Turm, ihr weißes Kleid flattert im Wind. Es ist ihr Mann, der heute zurückerwartet wird. Endlich schälen sich zwei Reiter aus dem Dunkel des Waldes. Die ­ersten fangen an zu jubeln, die Frau strahlt, hebt zum Gruß ihr Taschentuch. Plötzlich nähern sich den Reitern fremde Gestalten, und die Gesellschaft wird Zeugin, wie Graf und Knappe so kurz vor ihrem Heim überrumpelt und erstochen werden. Vor Schreck und Trauer stürzt sich die Gräfin vom Turm. Zur Totenwache sieht man des Nachts ihre weiße Gestalt bei ihrem Gatten sitzen; er hatte sich auf einen Kreuzzug aufgemacht, weil ihre Ehe kinderlos geblieben war. Fortan wird sie als »Weiße Frau« im Schloss durch die Jahrhunderte streifen ...
Der Schnee knirscht unter unseren Füßen. Eiskalter Wind trägt Leas Geschichte vom Schlossgespenst fort über den leeren Feldweg, die schneeweißen Felder, hinauf zur Burg, die sich in den grauen Himmel erhebt. Lea schmunzelt: »Aus irgendeinem Grund entstehen Berichte über Schloss Tonndorf immer im Winter.«
Schon jetzt haben wir tausend Fragen: Wieviele Menschen leben zur Zeit hier? Sind das dort Obstbäume? Und wie bekommt ihr euer Essen da hoch? 34 Erwachsene und 28 Kinder leben derzeit auf Schloss Tonndorf. »Damit sind wir wohl«, schätzt Lea, »die kinderreichste nicht-konfessionelle Gemeinschaft in Deutschland.« Und ja, das sind Obstbäume, Teil einer Streuobstwiese. Oben angekommen, weist sie augenzwinkernd auf ein paar parkende Autos und eine Straße: »So bekommen wir unser Essen hier hoch.«
Wir folgen Lea durch das Hauptportal und die steinerne Brücke über den Burggraben, durchs Burgtor hinein ins Schloss – und bleiben sprachlos im ­Foyer stehen: Parkettboden, holzgetäfelte Wände, ein massiver Kronleuchter, Stuck an der Decke – ein imposanter Anblick! Einzelne Sofas stehen an den Wänden. »Ist das euer Gemeinschaftsraum?« Lea zuckt die Schultern: »Nein, zu kalt und zu dunkel. Manchmal finden hier aber Veranstaltungen statt.« Weiter geht es durch eine Schwingtür zu einem Seitenaufgang: Terrazzoboden, weißlich-gelbe Wände, Neonröhren an der Decke – Klinikatmosphäre der 1960er und 70er Jahre. Die Geschichte des Schlosses vom mittelalterlichen Herrschaftssitz über die private Nutzung durch einen königlich-preußischen Hauptmann bis hin zur Institutionalisierung als Kinderkurheim, Lazarett und Altenpflegeheim hat ihre Spuren hinterlassen. Zuletzt stand der Bau sieben Jahre lang leer. Nun verwirklicht hier eine generationenübergreifende Gemeinschaft in kooperativer Nachbarschaft eine Lebensweise, die dem ökologischen Gleichgewicht sowie dem Frieden und der Achtsamkeit zwischen den Menschen und den Wesen der Erde dienen will.
Lea war von Anfang an dabei, zog mit ihrem sechs Monate alten Sohn ein, als alle noch »im Dreck wühlen mussten«. Es gab nur drei beheizbare Räume, keinen Strom und fließendes Wasser, in einem Winter, der sich bis in den Mai hineinzog. Für Lea ist Schloss Tonndorf ein Leidenschaftsprojekt für den gesellschaftlichen Wandel. Sie engagiert sich intern und in der Öffentlichkeitsarbeit. Mittlerweile bewohnt sie mit ihrem Sohn Jonas ein paar gemütliche Räume im Schloss, wo Samantha und ich das Abendessen am warmen Feuer verbringen dürfen.
Als wir später in Hausschuhen durch das dunkle Schloss streifen, sind wir unsicher, wie wir die Menschen, die uns in den Gängen begegnen, grüßen sollen. Die Grenze zwischen Familienwohnhaus und Mietnachbarschaft verschwimmt. Das ist spannend und irritierend zugleich.
 

Eine Gemeinschaft entsteht
Zum historischen Bauensemble auf dem 17 Hektar großen Gelände gehören neben dem Schloss auch einige kleinere Häuser, die sich auf dem Hügelkamm entlangziehen. In die »alte Klöppelei«, die am Ende des Wegs liegt, ist Thomas, Gründungsmitglied und Architekt des Projekts, mit seiner Familie gezogen, als bei all den Gemeinschaftskontakten der Wunsch nach einem Rückzugsraum aufkam.
Thomas betreute schon lange als Architekt Gemeinschaftsprojekte, als er das Schloss im Dornröschenschlaf vorfand und bis nach San Francisco telefonierte, um Freunde für ein Aufwecken zu begeistern. Zusammen mit Mitgliedern einer kurz zuvor aufgelösten Initiativgruppe um die »Freie Schule Regenbogen« in Erfurt gründete er die Genossenschaft »Auf Schloss Tonndorf«. Bis zum tatsächlichen Kauf des Schlosses 2005 wuchs die Gruppe von anfänglich 13 auf 25 Personen an. Eines ihrer Mitglieder zeichnete eine große Blüte mit 34 Blütenblättern. Jedes Blütenblatt symbolisiert einen Genossenschaftsanteil von 10 000 Euro. Er meint: »Jeder soll in Verantwortung für seinen Anteil gehen. Wer nicht so viel hat, organisiert sich seinen Anteil über Leih- und Schenkgemeinschaften der GLS-Bank.«
Mittlerweile sind alle enger zusammengerückt, und die Grenze von 34 Erwachsenen ist erreicht. »Derzeit entwickeln wir verschiedene Bebauungsvarianten der Wohnsiedlung für insgesamt 80 Bewohnerinnen und Bewohner. Zusätzlich ist der Ausbau des Schlosses für Veranstaltungen, Gästezimmer, gemeinschaftliche Räume sowie Arbeits- und Werkstätten geplant«, erklärt Thomas. Für die Zukunft wünscht er sich einen noch größeren Rahmen für die Besitzverhältnisse. Er malt die Idee einer Stiftung aus, der man Orte wie Schloss Tonndorf schenken können sollte, um sie der Erde zurückzugeben. Die Bewohner würden sich dann eher als Hüter eines Fleckchens Erde verstehen, und wir wären auf dem Weg zum Weltbürgertum …
Eine schöne Vision. Im Hier und Jetzt rodeln Kinder lachend und lärmend den verschneiten Berghang hinab, und im Schloss gibt es gleich Mittagessen, das neben dem wöchentlichen Plenumstreffen zentraler Kommunikations- und Begegnungspunkt ist. Nach dem Essen bleibe ich mit Ulrike bei einer Tasse Kakao sitzen.
Ulrike – warum meinte Lea, ich sollte zum Thema Entscheidungsstrukturen und Verantwortlichkeiten mit dir sprechen? »Ich glaube,« – sie grinst mich schelmisch an – »weil ich eine der heimlichen Chefinnen hier bin«, und lacht. 2006 zog sie ein. Aus einem hohen Sicherheitsbedürfnis heraus begann sie, die Finanzen der Genossenschaft zu verwalten, und wurde schließlich offiziell für die Buchhaltung angestellt. Sie erzählt mir vom Plenum. »Wir haben den Anspruch, im Konsens zu entscheiden. Nicht immer können wir alle Bedürfnisse von allen berücksichtigen. Dennoch haben wir die Hoffnung nicht aufgegeben, dass es immer wieder gelingen wird.« Im Lauf des Gesprächs kommt sie darauf, dass Konsens gar nicht so viel mit den Plenumsentscheidungen zu tun hat, sondern »mehr mit den Entscheidungen, die jeder jeden Tag trifft. Da fängt es an. Worum geht es dir denn? Worum geht es mir? Habe ich meine und deine Bedürfnisse im Blick? Das fängt bei der Entscheidung, meinen Abwasch zu machen, an.« Beim Plenum findet sie eher wichtig, dass man zusammenkommt, auf »Tuchfühlung« mit den anderen geht.
In zwei Jahren wird Ulrike Tonndorf verlassen. Es zieht sie zurück in die Heimat. »Das Leben gibt mir da eine Verantwortung, und ich sage ja und hoffe, dass sich auch dort gemeinschaftliches Leben ergibt.«
Ulrike, was ist die Qualität des Gemeinschaftlichen für dich? »Fürsorglich, mitfühlend, verbindlich und verbunden sein.«
 

Das eigene Leben selbstbestimmt leben
Am nächsten Morgen treffe ich Chris­tiana beim Stall, in dem sie ihre Milchkühe versorgt. Die 35-Jährige ist – anders als Lea, Thomas und Ulrike – erst seit einem Jahr in Tonndorf. Zuvor lebte sie im Winter in Berlin und im Sommer auf der Alp, bis der Wunsch nach mehr Selbstbestimmung aufkam. Gemeinschaft hat sie nicht gezielt gesucht, »eher habe ich hier die Möglichkeit für meine Landwirtschaft gesehen«. Es gab einige Diskussionen wegen der Tierhaltung. »Die Leute werden mit etwas konfrontiert, das für sie vielleicht schwierig ist«, erzählt sie. »Kinder und auch die Erwachsenen kriegen alles mit, die Geburt der Kälbchen und auch, wenn ein Rind geschlachtet wird. Landwirtschaft wird sichtbar.«
Christiana, was ist die Qualität des Gemeinschaftlichen für dich? »Gemeinschaft heißt, offen zu sein und zu spüren, was für die Menschen hier stimmt – und das zu leben.« Schloss Tonndorf ist ein guter Platz, wo Ambivalenzen so lange gut ausgehalten werden, bis sich daraus etwas entwickelt.
Neben Christiana haben auch andere ihren Arbeitsbereich vor Ort gefunden. Dazu zählen der ökologische Gartenbau, die Imkerei, eine Näherei für Yogamatten, die Wildholzwerkstatt, ein Waldkindergarten und die Gewerbeküche für den Betrieb eines vegetarisch-ökologischen Cateringservices.
Andere, wie Regina, arbeiten bewusst außerhalb der Gemeinschaft. Regina ist Frauenärztin in einer Klinik und liebt den Kontrast zwischen den beiden Welten. »Ich mag die klaren, hierarchischen Strukturen in meinem Beruf. Es wäre wohl eine Überforderung für mich, wenn auch dieser Teil selbst geführt wäre. Bei einem Pro­blem kann ich mich an den Chef wenden.« Sie lacht. Ein Einfamilienhaus mit Garten konnte sie sich aber nie vorstellen. »Es ist schön, hier mit kleinen Kindern zu sein.« Unterstützung erfährt sie in vielen kleinen Alltagsbegebenheiten, wie etwa jetzt während unseres Gesprächs. Maya sitzt mit am Tisch und liest Reginas Sohn Anton etwas vor, damit wir ungestört reden können. »Das Leben in Gemeinschaft kommt mir sehr reich und dicht vor – mit dem Berufsleben manchmal eine Überdosierung. Da ist es wichtig, Balance zu finden.« Und da kommen ihre Schafe ins Spiel: »Die Schafe erden mich. Da kann ich eine andere Qualität leben, draußen sein bei Wind und Wetter, Zäune bauen, Wasser holen.« Diese Idee hatte sie schon lange, und als sie 2006 nach Tonndorf zog, wurde ihr klar: »So etwas könnte ich jetzt tatsächlich verwirklichen!«
Regina, was ist die Qualität des Gemeinschaftlichen für dich? »Dass die Kinder verschiedenste Menschen im Leben und Arbeiten erleben, bei ihnen zugucken und mitmachen können. In der Partnerschaft muss man sich nicht so aufeinander fixieren, sondern kann mit mehreren Menschen in Austausch treten.«
 

Die Region im Blick
Am nächsten Morgen bin ich zu früh bei Lea. Sie schläft noch, aber Jonas ist schon wach. Auf die Frage, ob ich lieber später wiederkommen solle, meint er: »Ach nein, eigentlich wär’s sogar schön, wenn du hierbleibst.« Zusammen machen wir Feuer in dem kleinen, alten Ofen. Als Lea kommt, freut sie sich, dass es schon warm ist. Viel Zeit fürs Frühstück bleibt nicht, denn heute steht das große Planungstreffen an, bei dem die langfristigen Bauvorhaben für die nächsten 20 Jahre festgelegt werden sollen.
Ich spaziere hinunter zum Dorf und treffe den 51-jährigen Stephan, der dort eine Holzwerkstatt betreibt. Er fühlt sich der Schlossgemeinschaft sehr verbunden. Besonders als er und seine Frau hierherzogen, waren sie viel oben. »Wir sind nicht gezielt wegen des Schlosses gekommen, aber das Schloss war sozusagen der Türöffner für all das, was kam. Meine Frau und ich haben darüber nachgedacht, dort auch zu wohnen, aber für uns festgestellt, dass wir uns in einer bestehenden Dorfgemeinschaft wohlerfühlen.« Für viele aus der Region sei die Hemmschwelle sehr groß, hinaufzugehen. Einige im Dorf fühlen sich durch die Schlossgemeinschaft provoziert – ein Aspekt, der mir auch im Gespräch mit Christiana begegnete. Sie leistet mit ihrer Landwirtschaft »Basisarbeit bei Menschen, die nicht so dran sind am gemeinschaftlichen Leben«. Der Landwirtschaftsschnack mit dem Nachbarn, der ihr die Heupresse leiht, oder mit dem Landmaschinenmechaniker hilft, Vorurteile gegen die »Irren vom Schloss« abzubauen.
Stephan, was ist die Qualität des Gemeinschaftlichen für dich? »Dazugehörigkeitsgefühl, mitverantwortlich sein, aufgefangen sein. Wie immer das Schloss auch von einzelnen gesehen wird – es ist eine Bereicherung, weil durch seine Existenz bewusst oder unbewusst Dinge hinterfragt werden. Man sieht Dinge, die schon 100 Jahre so gewesen sind, aus einem anderen Blickwinkel.«
 

Leben im Schloss
Zurück in Leas Raum gesellt sich Arne zu mir. Er näht gerade. Ich muss grinsen. »So kann man Jungs also fürs Nähen begeistern. Man lässt sie Mittelalterhosen herstellen.« Arne muss auch lachen. »Ja, schon möglich.« Arne betreibt Reenactment des skandinavischen Frühmittelalters (Reenactment: möglichst authentische Wiederaufführung geschichtlicher Ereignisse). Mit diesem Faible hat seine Entscheidung, aufs Schloss zu ziehen, aber nichts zu tun. Der gebürtige Wolgaster und gelernte Bootsbauer verliebte sich in Lea und entschloss sich, zu ihr zu ziehen. Anfangs war für ihn klar: »Ich will Gaststatus, zahl’ meine Miete, und dann war’s das.« Aber nach zwei Wochen begann er eine Probezeit, ist nun Genossenschaftsmitglied und streift als Hausmeister durchs Schloss. Selbstwirksamkeit scheint ansteckend zu sein. »Grundsätzlich ist das hier ein ganz anderes Leben, als ich es vorher hatte. Mein Leben hat sich mit einem Fingerschnippen um 180 Grad gedreht.« Nicht alle Gemeinschaftsmitglieder seien zu guten Freunden geworden – eine Erkenntnis, die auch Thomas teilt und die ihn überraschte. Eher gibt es ein breites Feld engagierter Menschen, deren überlappende Freundeskreise ein Zusammengehörigkeitsgefühl entstehen lassen.
Arne, was ist die Qualität des Gemeinschaftlichen für dich? »Es fühlt sich nach Leben an – das ganze Drumherum, sowohl die Lokalität als auch die Menschen hier, die Belebtheit. Vorher war Einsamkeit, Fremdbestimmt- und irgendwie Manipuliert-Sein. Jetzt kenne ich die Menschen, die um mich sind.«
Für Arne gehört »die Lokalität« zum Verbundenheitsgefühl. Auch Christianas Worte sind mir noch im Ohr: »Ich glaube, es ist das Schloss, was uns verbindet. Das bleibt ja hier, das zieht nicht weg.« Spielt der Umstand, dass es sich um ein Schloss handelt, eine besondere Rolle? Lea fühlt sich hier wohl, andere empfinden die massiven Mauern als bedrückend. Thomas meint, dass größere Gemeinschaften oft entlegenere Plätze aufsuchten. Da gebe es Raum, ohne missgünstige Nachbarn etwas zu entwickeln.
»Das Schloss zieht Menschen an. Der Turm spricht eine Einladung in die Landschaft aus. Viele hat auch der Berg fasziniert. Man ist ein bisschen aus dem täglichen Trott herausgehoben. Es fällt leichter, Neues zu denken, wenn man dem Himmel nah ist.«
Thomas, was ist die Qualität des Gemeinschaftlichen für dich? »Der Schritt zur Gemeinschaft erlaubt, viele Lebensaspekte selbstbestimmt mitzugestalten. Gemeinschaft hat eine Gestaltungskraft, die weit über das hinaus geht, was einzelne bewerkstelligen können. Mit der Zeit fallen alle Masken. Ich habe die Menschen hier in so vielen Situationen erlebt – wenn sie weinen, lachen, wenn sie ihre Kinder anschreien, ihre Kinder lieben. Ich kann Menschen gar nicht mehr nur aus einem Blickwinkel sehen.«
Die Sonne scheint, der Schnee taut, die Luft ist vom Plitschen und Platschen der Wassertropfen erfüllt, als ich Tonndorf inspiriert und bereichert verlasse. Die Qualität des Gemeinschaftlichen scheint mir ein guter Kitt, um viele selbstbestimmte und kreative Lebensentwürfe konstruktiv zusammenzufügen. Mein letzter Blick gilt der Holzskulptur am Eingang. Die neuen Schlossbewohner haben der Weißen Frau ein Denkmal gesetzt. Lächelnd begrüßt sie die Besucher. Sie ist schwanger. In ihrem Bauch ruht ein Bienenvolk und wartet auf den Frühling. •

 

Maria König (27) lebt in Berlin-Karlshorst. Die Lehramtsstudentin für Deutsch und Biologie ist dem Wandel in allen Lebensbereichen auf der Spur. gemeinschaft-karlshorst@posteo.de

Schloss Tonndorf virtuell besuchen:
www.schloss-tonndorf.de
Video über zehn Gemeinschaften, darunter Schloss Tonndorf: www.neueswir.info
ZDF-Reportage über Lea Hinze, »Rebellin vom Schloss«: http://bit.ly/1bl2gen

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